Der Trendsport Paintball hat sich ganz schön gemausert in den letzten Jahren. Spätestens seitdem Erlebnisanbieter flächendeckend Gotcha anbieten, ist aus dem unbekannten, mysteriösen Spiel ein wahrer Hype entstanden. Für alle die nicht wissen worum es bei Paintball geht, hier keine kurze Einführung: jeder Spieler erhält einen Markierer mit Munition. Dieser sieht aus wie eine richtige Waffe, funktioniert allerdings mit Luftdruck und enthält weiche, mit biologisch abbaubarer und völlig unbedenklicher Farbe. Treffen diese auf ein Ziel, so hinterlassen sie einen Farbfleck. Deshalb ist es ratsam, alte Klamotten anzuziehen, aber keine Angst: die Farbe ist sehr leicht auswaschbar und riecht auch neutral. Die Markierer sind meistens entweder mit Automatik oder Halbautomatik ausgestattet. Trifft man seinen Gegner, so hat dieser die Pflicht das Spielfeld zu verlassen.
Jetzt werden einige sicher fragen, ob das denn nicht weh tut. Nun, man erhält eine spezielle Schutzkleidung inklusive Helm, auf die die Kugeln auftreffen. Von weitem merkt man davon nicht viel, nur wenn die Gegner sehr nahe sind (unter 5 Meter) kann es zu leichten Blessuren kommen, die aber nicht weiter schlimm sind. Aus dieser Nähe ist das schießen auch verpönt, stattdessen wird nur mit dem Markierer auf den Gegner gezeigt, der dann mit erhobener Waffe die Arena verlässt. Dies ist das Zeichen dafür, dass er bereits getroffen wurde und es hat den Zweck, dass niemand nochmal drauf feuert. Die Munition ist nämlich begrenzt und auch nicht ganz billig. Standardmäßig passen 100 Kugeln in einen Behälter und nach jedem Spiel sollte die Druckluftflasche erneuert werden.
Für die Sportart haben sich mittlerweile vielfältige Varianten entwickelt. Man kann auf kleinen, übersichtlichen Flächen spielen, die künstliche Deckungen haben, hier ist ein schneller Spielverlauf garantiert. Man kann um Geld spielen oder einfach zum Spaß. Beim Woodland und Szenario Game kommt Fantasie ins Spiel: hier sind die Areas rustikal gehalten, meist in einem speziell dafür abgezäunten Waldstück oder auf eher unübersichtlichen Terrain, was den ganzen Spaß noch spannender macht. Es gibt sogar Spielfelder mit szenischen Hintergründen, bei denen von Film- oder Buchvorlagen abgeschaute Schauplätze nachgebildet werden. Das größte Paintballmatch hat übrigens über 1000 Spieler.
Weiterhin hat der Sport unterschiedliche Spielarten: Capture the flag zum Beispiel. PC-Spielern wird dies sicher ein Begriff sein. Hierbei geht es darum, das ein Team die Flagge von der Mitte des Feldes holt und ins eigene Lager zurück bringt. Bei Elimination (ähnlich dem Deathmatch bei Egoshootern) wird gespielt, bis alle Gegner markiert sind und somit eine Mannschaft gewonnen hat. Da diese Spielvariante sehr einfach ist, wird sie bevorzugt von Anfängern und Amateuren gespielt. Die taktische Komponente ist hier auch eher gering. Man muss aber nicht zwingend in Teams spielen: bei Last Man Standing beispielsweise spielt jeder gegen jeden, und es gewinnt der, der als letzter noch übrig bleibt. Wenn ihr jetzt Lust habt, auch mal Paintball auszuprobieren, dann empfehle ich eine Übersicht zu den Paintball Veranstaltungsorten.
Foto: rkelland, flickr.com










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